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Beziehungsforscher über digitale Partnersuche

Im Gespräch: Professor Hassebrauck

Im Interview spricht Professor Dr. Hassebrauck darüber, wie sich “die Kontaktanbahnung über das Netz” von der “analogen” Begegnung unterscheidet. Er stellt die Behauptung auf, dass Rationalität und Romantik unbedingt zusammengehören. Manfred Hassebrauck ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Wuppertal und befasst sich als Beziehungsforscher mit der Partnersuche im Internet.

Weiß man bei der Partnersuche im Internet nicht vorab zuviel über eine Person?

Die Kontaktanbahnung über das Netz unterscheidet sich von dem, was vor dem digitalen Zeitalter üblich war. Bei der “analogen” Begegnung trifft man auf eine Person, die man dann erst entdecken muss. Im Internet ist vieles vorab bekannt, die Phase des Erkundens scheint übersprungen.

Hassebrauck: Nein, über eine Person, mit der man langfristig glücklich sein möchte, kann man eigentlich nicht zu viel wissen. Einer der großen Vorteile beim Kennenlernen im Internet ist, dass die Menschen mehr von sich preisgeben. Die Menschen sind offener und reden eher über Dinge, die sie normalerweise nicht gleich preisgeben würden. Damit entsteht schnell ein umfassenderes Bild vom Anderen, das wir sonst erst nach Monaten hätten.

Würden Sie sagen, dass Menschen immer mehr zu kurzlebigen Partnerschaften tendieren?
Wie jeder Auswahlprozess funktioniert die Partnersuche auf der Basis von „trial“ und „error“ – und das online wie offline. Kritische Stimmen behaupten jedoch, dass gerade im Internet dieser Prozess eine neue Permanenz gewinnt. Es gibt immer wieder Alternativen, aus dem Lebenspartner wird der jederzeit ersetzbare „Lebensabschnittsgefährte“.

Hassebrauck: Der Auswahlprozess gerade im Internet kann gar nicht nach „trial“ und „error“ erfolgen, dazu ist die Auswahl zu groß und jeder Versuch kostet Zeit und auch psychische Energie. Besser ist es, auf Partnervorschläge, wie sie FriendScout24 macht, zurückzugreifen. Da kann man sicher sein, dass die vorgeschlagen Personen in den Aspekten, die für eine Beziehung von Bedeutung sind, zu einem passen.

Widerspricht rationale Herangehensweise nicht der Idee von Romantik und Liebe?
Die digitale Partnersuche der modernen Dating-Portale basiert auf mathematischen Algorithmen, welche die Erfolgschancen einer potentiellen Partnerschaft der Mitglieder errechnen sollen.

Hassebrauck: Nein, denn Vorauswahlen treffen wir auch unbewusst im Alltagsleben. Wir versuchen doch meist, jemanden zu finden, der zu uns passt. Und bei dieser Suche nach dem Passenden hilft der Algorithmus von FriendScout24. Er ist außerdem „schlauer“ als wir selbst, denn er berücksichtigt den Beziehungserfolg von Tausenden von Menschen.

Nehmen die Bedenken gegenüber der digitalen Partnersuche ab?
Viele Singles sagen sich „so schlimm ist es noch nicht“ und haben oft Hemmungen, sich bei einem Dating-Portal anzumelden. Die wachsenden Mitgliederzahlen jedoch zeigen eine Tendenz nach oben auf.

Hassebrauck: Nach meinen Beobachtungen ja. Es wird zunehmend „normaler“, einen Partner im Internet zu finden.

Gibt es Vorteile der Online- gegenüber der Offline-Partnersuche?
Hassebrauck: Aber natürlich. Allen voran die Erweiterung des Feldes von möglichen Partnern und Partnerinnen. Die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu finden, der mit einem harmoniert, wird dadurch größer. Und wenn man gute Matching-Systeme nutzt steigt nochmals die Chance, jemanden zu finden, mit dem man auch dauerhaft zufrieden ist.

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    Lilli Büttner (33) schreibt als Autorin für das FriendScout24-Magazin. Als Sozialwissenschaftlerin weiß sie, wie Beziehungen funktionieren und welche Themen moderne Partnersuchende beschäftigen.


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